Vom Geflüchteten zum DRK-Mitarbeitenden: Hind und Bashir erzählen ihre Geschichte

Am 20. Juni ist Weltflüchtlingstag. Das DRK steht geflüchteten Menschen in ihren Notlage im In- und Ausland bei, einziger Maßstab ist dabei das Maß der Not. Hind und Bashir sind selbst geflüchtet und arbeiten jetzt bei der DRK Flüchtlingshilfe Brandenburg. Hier erzählen die beiden ihre Geschichte.

Hind, Mitarbeiterin der DRK Flüchtlingshilfe Brandenburg in der Erstaufnahmeeinrichtung für Geflüchtete in Wünsdorf

Als ich fünf Jahre alt war, sind wir zunächst in den Iran geflohen. Aber auch dort konnten wir nicht bleiben und mussten erneut fliehen, dieses Mal nach Deutschland. Diese Erfahrungen haben mein Leben stark geprägt.

Heute arbeite ich beim Deutschen Roten Kreuz und unterstütze Flüchtlinge in der Erstaufnahmeeinrichtung. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie schwer es ist, sein Zuhause zu verlassen und in einem fremden Land neu anzufangen. Jeder Geflüchtete hat seine eigene Geschichte und kämpft mit den Herausforderungen eines neuen Lebens und Schicksals.

Die Entscheidung, zu fliehen, ist nie einfach. Aber ich glaube fest daran, dass wir mit Unterstützung und Solidarität denjenigen helfen können, die alles hinter sich lassen mussten, eine neue Zukunft aufzubauen.

Bashir, Mitarbeiter der DRK Flüchtlingshilfe Brandenburg in der Erstaufnahmeeinrichtung für Geflüchtete in Frankfurt (Oder)

Ende Sommer 2015 wurden wir durch den Krieg zur Flucht aus Syrien gezwungen, ohne zu wissen, welches Ziel uns erwarten würde. Das Schicksal führte mich nach Deutschland. Im Januar 2016, an einem kalten Wintertag in Deutschland, fand ich mich als Fremder in einem fremden Land wieder, unfähig, auch nur ein Wort Deutsch zu verstehen. Die beschwerliche Reise über die Balkanroute war noch in frischer Erinnerung.

Doch Aufgeben war keine Option. Ab Mitte 2016 stürzte ich mich in den Integrationskurs, schon damals kristallisierte sich mein Wunsch heraus, mit Menschen aus aller Welt zu arbeiten. So führte mich mein Weg in verschiedene Flüchtlingsunterkünfte.

Seit Juli 2023 bin ich als Sozialberater bei der DRK Flüchtlingshilfe Brandenburg tätig. Mein Dienst führt mich in dieselben Erstaufnahmeeinrichtungen, in denen ich 2016 als Asylbewerber untergebracht war. Ich arbeite Seite an Seite mit vielen Kollegin und Kollegen, die mir damals halfen, Fuß zu fassen.

Meine Arbeit erfüllt mich mit tiefer Befriedigung. Nicht nur, weil mein juristischer Hintergrund mir dabei hilft, sondern vor allem, weil ich die Sorgen und Nöte der Menschen, die ich betreue, aus eigener Erfahrung nachempfinden kann.

Natürlich gibt es Herausforderungen. Die Schicksale, denen ich täglich begegne, gehen mir oft sehr nahe. Doch dank der Unterstützung meiner wunderbaren Kollegen und der familiären Atmosphäre bei der Arbeit konnte ich wachsen und diese Hürden überwinden. Sie sind zu meiner zweiten Familie geworden.

Jetzt gilt meine volle Konzentration meiner Arbeit. Ich möchte etwas zurückgeben, denjenigen helfen, die sich in einer ähnlichen Situation befinden wie ich damals. Meine Geschichte beweist: Integration ist möglich! Mit Engagement, Unterstützung und einem positiven Umfeld kann jeder Mensch Schönes erreichen, unabhängig von seiner Herkunft.

 

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